Alle Unternehmer erhalten gelegentlich Dutzende von Spam-Nachrichten zum Thema „Verbesserung der Online-Reputation“. Aber ist allen bewusst, dass dieses verlockende Angebot in Wirklichkeit gar nicht so harmlos ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag?
Viele sind daran gewöhnt zu glauben, dass hinter diesen Bewertungen hauptsächlich Bot-Farmen stecken, doch diese Annahme ist falsch. Schauen wir uns einmal an, was eines dieser Spam-Angebote konkret verspricht.

Es könnte den Anschein haben, als wäre mit diesem typischen Dialog alles vorbei, doch die folgende Nachricht weckte unsere Aufmerksamkeit.

Die von ihm genannten Domainnamen gehören großen Unternehmen mit einem Milliardenumsatz. Uns kam sofort der Gedanke, wie er das bewerkstelligen könnte, aber das musste erst einmal überprüft werden.

Der Betrüger erklärte sich sofort bereit, eine „Testbewertung“ abzugeben. Das ist für sie eine gängige Vorgehensweise, um gewissermaßen Vertrauen aufzubauen. Jetzt hatten wir die Gelegenheit zu überprüfen, ob er diese E-Mail-Adresse, die höchstwahrscheinlich auf kriminelle Weise erworben wurde, tatsächlich kontrolliert oder ob es sich um einen gewöhnlichen Betrugsversuch handelt.

Nach einigen Minuten ging tatsächlich eine E-Mail bei uns ein.

Bei der Analyse der E-Mail-Header stellten wir fest, dass die IP-Adresse, von der die Nachricht gesendet wurde, in Indien liegt, obwohl das Unternehmen selbst in Amerika ansässig ist.
Anhand des Vor- und Nachnamens konnten wir die Person ausfindig machen, die uns vermutlich auf LinkedIn angeschrieben hat. Der im Profil angegebene Standort stimmte nicht mit dem Standort der IP-Adresse überein, was jedoch für sich genommen noch kein Beweis für eine Kompromittierung des Kontos ist. Außerdem war diese IP-Adresse in der Datenbank von SpamHaus verzeichnet.
Bereits zu diesem Zeitpunkt haben wir das betreffende Unternehmen über den potenziellen Vorfall informiert. Der Verkäufer von Bewertungen erhielt seinerseits von uns die folgende Antwort.

Diese ignorierte er jedoch und blockierte diesen Kontakt.
Nach einiger Zeit ging folgende Antwort ein:

Am nächsten Tag teilte der Inhaber des E-Mail-Postfachs mit, dass er keine Einwilligung zur Nutzung seiner Adresse erteilt habe und nichts mit der versendeten E-Mail zu tun habe
Fazit
Dieser Fall zeigt, dass hinter Angeboten zum Verkauf „verifizierter“ Bewertungen Betrugsmaschen stecken können, die auf der unbefugten Nutzung fremder Unternehmens-E-Mail-Adressen basieren.
Daher empfehlen wir, keine Dienste zum Verkauf von Bewertungen in Anspruch zu nehmen. Wenn der Verkäufer den Zugriff auf eine geschäftliche E-Mail-Adresse nachweist, sollten Sie die Korrespondenz und die technischen Daten speichern und anschließend den Domaininhaber oder die IT-Sicherheitsabteilung des betreffenden Unternehmens benachrichtigen.